29er Euro-Cup-Finale in Medemblik: Malte segelt mit neuem Partner auf Platz 39
Vom 15. bis 18. Oktober fand in Medemblik am Ijsselmeer das Euro-Cup-Finale 2026 der 29er-Klasse statt. Unter den 60 Teams aus 14 Nationen mit dabei auch der Gothe Malte Melchinger.
Das besondere daran: Malte hatte sich nach der WM im Juli von seinem Vorschoter getrennt, hinzu kamen Knieprobleme. Die Knie sind mittlerweile besser, einen neuen, festen Schotten hat Malte leider immer noch nicht. Aber, man muss ja „im Geschäft bleiben“, sich zeigen. So segelte Malte jetzt mit Sylvester, einem gleichaltrigen Jungen aus Aarhus (Dänemark). Betreut wurden sie von Segellegende Holger Jess (11 Kieler Woche Siege, 6 WM-Titel im 505er…), der ein Team aus 5 Booten mit Seglerinnen und Seglern aus 5 Ländern gebildet hat, zu dem auch Malte eingeladen war.
Malte und Sylvester verstanden sich auf Anhieb: Am ersten Tag war noch etwas zu wenig Wind und sie starteten mit Mittelfeldplatzierungen in die Serie. Am zweiten und dritten Tag war dann aber ordentlich Druck in der Luft und es folgten vier Top-Ten-Platzierungen, leider aber auch zweimal „Buchstaben“: Ein DNF nach Kenterung und ein DNC aufgrund eines technischen Problems…
Was aber in Erinnerung blieb: Zweimal waren die beiden Jungs nach der Startkreuz als zweiter oben an der Luvtonne, direkt hinter dem amtierenden Weltmeister aus Frankreich, aber vor dem Vize-Weltmeister aus Schweden! Das fiel auch einigen Trainern auf, der sichtlich stolze Holger hörte öfters die Frage: „Wer sind denn die auf der GER-2801?!“. Dazu muss man wissen, das ist die Nummer von Maltes altem Boot, unter der er gemeldet hatte und dessen Segel er fuhr. Das wäre tatsächlich eines der ältesten Boote im Feld gewesen. Allerdings waren Rumpf und Rigg in Wahrheit deutlich neuer…
Als wir am letzten Tag ins Medembliker Regattacentrum kamen, begrüßten uns 25 kn Wind, also erstmal Startverschiebung… Malte und Sylvester hätten noch einen Lauf gebraucht, um einen zweiten Streicher zu bekommen, der sie deutlich nach vorne gebracht hätte. Den bekamen sie aber nicht, gegen Mittag wurde der Euro-Cup 2026 beendet, es war auch die vernünftigere Entscheidung. Für Malte und Sylvester sprang am Ende nach 11 Wettfahrten in drei Tagen ein 39. Platz raus. Wenn doch nur ein Lauf mehr…. Egal, nicht ärgern, nach vorne schauen!
Für etwas „Kultur“ hat es auch noch gereicht, zusammen mit den Jungs besichtigten wir abends Enkhuizen und aßen lecker Fisch am Hafen.
Es waren auf jeden Fall tolle vier Tage! Das besondere an der 29er-Klasse ist, neben der rein sportlich-athletischen Herausforderung des Skiffsegelns, auch die gute Klassengemeinschaft über Ländergrenzen hinweg. Bezeichnend, dass z.B. jetzt in Holland immer wieder zu sehen war, dass sich selbst deutsche Jugendliche untereinander auf Englisch unterhielten, bis sie irgendwann zufällig merkten, dass dies gar nicht notwendig ist… Hätte ja aber auch ein Slowene, Franzose oder Finne sein können….
Nach heutigem Stand wird Malte über den Winter weiter im Team von Holger Jess segeln, sein Boot geht direkt nach Weihnachten in den Süden und bleibt dann dort bis zu den Osterferien. Wahrscheinlich hat er jetzt auch einen neuen, festen Schotten gefunden, einen Jungen aus Greifswald, den er schon aus dem Opti kennt….
So international das klingt, eins steht fest: Er wird auch weiterhin für den Gothia starten! Drückt ihm mal die Daumen, dass das alles so funktioniert.
Viele Grüße von Malte,
aufgeschrieben von Heiko…



