Champagner-Cup der O-Jollen: Olaf Krüger siegt auf dem Tegeler See
Wir gratulieren OLAF KRÜGER zum SIEG des Champagner-Cup der O-Jollen beim SVT auf dem Tegeler See am letzten Wochenende. Hier ein packender Bericht über den Kampf um Platz 1:
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Regatta-Bericht: Packender Kampf um den Champagner-Cup auf dem Tegeler See
Was für ein Wochenende, was für ein Revier! Am 4. und 5. Juli lud die Segler-Vereinigung Tegel (S.V.T.) zum traditionellen Champagner-Cup der Olympiajollen. Wer dachte, Segeln in Berlin sei eine gemütliche Kaffeefahrt, wurde an diesen zwei Tagen eines Besseren belehrt. Der Tegeler See präsentierte sich von seiner kontrastreichen und sportlich anspruchsvollsten Seite.
Eingebettet in eine faszinierende Kulisse – auf der einen Seite die repräsentative BorsigVilla, in der der Bundespräsident seine Staatsgäste empfängt, auf der anderen die markanten, grafikverzierten Wohnhochhäuser auf dem ehemaligen Gaswerksgelände – bot das Revier alles, was das Seglerherz begehrt. Von 15 gemeldeten O-Jollen gingen schließlich 12 unerschrockene Teilnehmer an den Start, bereit, sich mit den Elementen und der Konkurrenz zu messen.
Samstag: Taktisches Nervenspiel bei Sonne und Winddrehern
Der Samstag startete bilderbuchmäßig: Sommerliche Sonne, lockere Bewölkung und ein Westwind mit 2 bis 4 Beaufort lockten die Flotte aufs Wasser. Doch der Schein trügte. Der Wind war tückisch, böig und gespickt mit extremen Winddrehern. Hier war feinster Trimm und taktisches Fingerspitzengefühl gefragt. Jede Böe musste perfekt ausgesteuert, jeder Dreher blitzschnell pariert werden.
Mitten unter den Lokalmatadoren zeigte sich schnell, wie gnadenlos das Revier sein kann. Sven Wiethölter, der den Tegeler See wie wenige andere kennt, musste im zweiten Lauf einen ersten Rückschlag hinnehmen. Eine unglückliche Böe erwischte ihn eiskalt – die erste unfreiwillige Kenterung des Wochenendes. Ein bitterer Moment, der ihn wertvolle Punkte kostete, doch sein Kampfgeist blieb ungebrochen. Ähnlich erging es Wolfgang Malcher und mir, die wir unseren sicheren Streicher durch einen Frühstart vorwegnahmen.
Legendäre Berliner Gastfreundschaft
Nach den ersten kräftezehrenden Wettfahrten wurden die Segler von den Gastgebern der S.V.T. mit einer Herzlichkeit empfangen, die ihresgleichen sucht. Berlin von seiner besten Seite!
Am Abend wurde die verbrauchte Energie standesgemäß aufgefüllt: Es gab reichlich deftige Currywurst mit fantastischem, selbstgemachtem Kartoffelsalat. Dazu spendierte Sven Wiethölter eine Runde kühles Bier (und natürlich antialkoholische Alternativen) für die gesamte Truppe – Segelkameradschaft par excellence! Man saß zusammen, analysierte die Dreher des Tages und lachte über die Missgeschicke, während die Vorfreude auf den Sonntag stieg.
Sonntag: Starkwind-Krimi und das Drama auf der Zielgeraden
Die Nacht brachte eine Regenfront, und der Sonntagmorgen weckte die Segler mit völlig neuen Bedingungen: Nordwestwind mit kernigen 4 bis 6 Beaufort! Der Tegeler See kochte. Besonders die Passage an den dicht baumbestandenen Inseln Lindwerder und Hasselwerder verlangte den Skippern alles ab. Die ein oder andere Fallböe schoss unvorhersehbar zwischen den Bäumen hervor und ließ mich das ein oder andere Mal in der Olympiajolle jäh aufschrecken. Reines Adrenalin!
Der Kampf um den Gesamtsieg spitzte sich dramatisch zu. Sven Wiethölter kämpfte sich furios zurück und hatte den Gesamtsieg vor Augen. Doch der Tegeler See schreibt seine eigenen Geschichten. Im fünften und letzten Lauf, buchstäblich auf der allerletzten Zielgeraden, passierte das Unfassbare: Eine mörderische Fallböe erwischte Svens O-Jolle, und er kenterte ein zweites Mal. Damit waren die Träume vom Gesamtsieg endgültig im Wasser versenkt.
Ein verdienter Champion – Olaf Krüger
Der lachende, aber vor allem absolut verdiente Sieger des Wochenendes hieß Olaf Krüger. Während das Feld hinter ihm mit den Elementen kämpfte, lieferte Olaf eine meisterhafte Demonstration von Konstanz ab. Mit durchgängigen Spitzenplatzierungen trotzte er sowohl den Drehern am Samstag als auch dem Starkwind am Sonntag. Die Belohnung für diese fahrerische Spitzenleistung: der verdiente Gesamtsieg und gleichzeitig sein allererster Ranglistengesamtsieg!
Ein riesiges Dankeschön gilt der Segler-Vereinigung Tegel für die exzellente Organisation und die überwältigende Bewirtung. Der Champagner Cup war beste Werbung für den OJollen-Sport: packend, kameradschaftlich und bis zur letzten Sekunde absolut fesselnd.
Christoph Lissel
GER 1434
